Ta4

Triebwagenanhänger TA 4

Nach seiner Hauptuntersuchung posiert der TA 4 im neuen Farbkleid vor der Hennefer Werkstatt. Foto: Slg. Ewald Lorscheid

Ab 1894 beschaffte die Bröltaler Eisenbahn (ab 1921 Rhein-Sieg Eisenbahn) bei der Düsseldorfer Eisenbahnbedarf AG, vormals Carl Weyer & Cie, insgesamt rund 20 vierachsige Personenwagen. Die formschönen Wagen waren in dunkelgrün lackiert und verstärkten den Personenwagenpark für den Verkehr auf dem stetig wachsenden Streckennetz. Einer von ihnen war der Wagen 27, der mit dem Eintreffen für den ersten Triebwagen in Rot-Beige umlackiert wurde und als Beiwagen für die hochmodernen Triebwagen genutzt wurde. Im Jahr 1942 begann die Werkstatt schließlich mit dem vollständigen Umbau des Wagens 27. Der hölzerne Wagenkasten wurde abgebrochen und in starker Anlehnung an die Triebwagen entstand ein neuer Wagenkasten in vollständiger Stahlbauweise. 
Als TA 21 wurde er in Dienst gestellt und gemeinsam mit den Triebwagen eingesetzt. Nach Ende des zweiten Weltkriegs wurde er nach einer Hauptuntersuchung um 1950 als TA 4 umgezeichnet und verließ im neuen, blau-weißen Farbkleid die Hennefer Werkstatt.
Gemeinsam mit den Triebwagen und vier weiteren Triebwagenanhängern waren in den letzten Jahren des Personenverkehrs auf der Rhein-Sieg Eisenbahn oft stilreine Triebwagenzüge zu erleben, die vielen Fahrgästen bis heute in guter Erinnerung geblieben sind.

Ein Stilreiner RSE-Triebwagenzug am 18. Mai 1986 im Jagsttal (V.l.nr.: TA 4, T2, TA 5, T5)

Im Jahr 1959 kaufte die Deutsche-Eisenbahn-Betriebsgesellschaft (DEBG) den TA 4. Für ihre 39 km lange 750 mm Schmalspurbahn von Möckmühl nach Dörzbach hatte man bereits im Vorjahr den Triebwagen T5 gekauft und zum Schlepptriebwagen umgebaut, um in verkehrsschwachen Zeiten den kostenintensiven Betrieb mit Dampflokomotiven zu rationalisieren. Mit einer neuen, dunkelroten Lackierung wurde der nun als VB 401 bezeichnete Beiwagen am 12. April 1960 in Möckmühl abgeladen und nach erfolgreicher Abnahme am 1. Juni 1960 im Güterverkehr auf der Jagsttalbahn eingesetzt.
Bereits 1963 wurde er wieder mit altbrauchbaren Sitzen ausgerüstet und kam ab 1966 im Schülerverkehr, gemeinsam mit dem VB 400 (ehemals RSE TA 5), zum Einsatz. Im Dezember 1988 wurde nach einer Entgleisung die Jagstalstrecke gesperrt. Am Bahnhof Dörzbach wurden drei Beiwagen in den Bahnhof Bieringen umgesetzt und standen dort mit vielen anderen Fahrzeugen unter freiem Himmel.

Im Jahr 2012 stehen der TA 4, TA 5 und T2 im Bahnhof Bieringen abgestellt.

Zurück in die alte Heimat

Bereits seit einigen Jahren gibt es immer wieder Gespräche mit dem heutigen Eigentümer, der auch Mitglied in unserem Verein ist, über die weitere Zukunft der beiden wertvollen Fahrzeuge. Während unserer Jubiläumsveranstaltung im September 2025 war er wieder in unserem Museum zu Gast und es entstanden Ideen über die Rückholung eines TAs in unser Museum. Ende Oktober 2025 fiel schließlich die Entscheidung, den TA 4 als Leihgabe an unser Museum zu übergeben. Bereits wenige Wochen später, am 5. November 2025, wurden der TA 4 und TA 5 in Bieringen verladen. Während der TA 5 in den Bahnhof Jagstthausen gebracht wurde, erreichte der TA 4 am 6. November 2025 auf einem LKW von „Schwerlastservice Hack“ den Asbacher Museumsbahnhof und wurde auf Gleis 1 auf die heimatlichen Gleise gesetzt.

Unser Mitglied Maxim hat die Rückkehr des TA 4 und die ersten Meter in Asbach im Video festgehalten.

Da aktuell keinen Hallenplatz verfügbar ist, wurde der Triebwagenanhänger auf Gleis 1 an unserem Bahnsteig abgestellt. Aktuell ist geplant, die Aufarbeitung des Beiwagens nach Abschluss der Arbeiten an unserer Diesellok V13 zu beginnen. Da die Aufarbeitung des TA 4 um einiges leichter wird als die umfangreiche Rekonstruktion des T2, werden wir die Aufarbeitung des TA 4 vorziehen und wertvolle Erfahrungen für den Wiederaufbau des Triebwagens T2 sammeln.

Technische Daten:
HerstellerRhein-Sieg Eisenbahn, Hauptwerkstatt Hennef
Fabriknummer---
Baujahr1942
Länge9600 mm
Breite2100 mm
Höhe 2950 mm
Dienstgewicht 7,6 t
Sitzplätze18 + 6 Klappsitze