Triebwagen T2
1934 wurde der erste Triebwagen der RSE (T1) in betrieb genommen um den zurückgehenden Personenverkehr zu rationalisieren. Am 3. Juni 1938 lieferte die Wagonfabrik Wismar einen weiteren Triebwagen unter der Fabriknummer 21103 aus. Als RSE T2 wurde der hochmoderne Triebwagen in Dienst gestellt. Er verfügte anfangs über einen Daimler-Benz-Dieselmotor mit 95 PS. Wie schon der T1 erstrahlte er im damals weit verbreiteten dunkelroten Lack mit beigem Fensterband.
Wegen des kriegsbedingten Treibstoffmangels erhielt er 1942 eine Anthrazit-Gasgeneratoranlage und zusätzlich eine elektropneumatische Vielfachsteuerung, später dann noch einen grünen Tarnanstrich. Im weiteren Verlauf des Krieges wurde der Treibstoff immer weiter rationiert, sodass die wertvollen Triebwagen außer Betrieb genommen und schließlich im Steinbruch Bennau-Berg vor den Fliegerangriffen der Alliierten versteckt wurden. Nach dem Krieg wurden der Generator und die Vielfachsteuerung wieder ausgebaut, jetzt wurde ein 130 PS Humboldt-Deutz-Motor eingebaut. Im Juni 1950 bekam der T2 eine neue Lackierung in Blau mit hellbeigem Fensterband. Nach Einstellung des regulären Schienenpersonenverkehrs der RSE am 31.07.1956, kam er zusammen mit den anderen Triebwagen nur noch für Sonderzüge anlässlich der Großkirmes Pützchens Markt zum Einsatz.
Im März 1959 wurde der T2 von der DEBG erworben und wurde ins AW Bodenwerder-Linse überfuhrt. Neben der Umspurung auf 750 mm Spurweite wurde die Kupplungen der bereits abgestellten Dampflok 151 angebaut. Da der Triebwagen als Schlepptriebwagen im Güterverkehr genutzt werden sollte, wurden die Sitze ausgebaut und an einem Ende große Schiebetüren eingebaut, um den Triebwagen zum Transport von Stückgut nutzen zu können. Ab Dezember 1966 wurde ein Schülerverkehr auf der Jagsttalbahn eingerichtet. Im Juli 1967 erhielt der VT 301 wieder eine Bestuhlung, die aus einem alten Personenwagen und einem ausgemusterten Omnibus stammte, und war fortan im Schülerverkehr eingesetzt. Am 1. Dezember 1970 wurde der VT 301 schließlich mit Ablauf der Untersuchungsfristen in Dörzbach abgestellt. Der Triebwagen VT 300 und der mittlerweile erworbene Triebwagen VT 303 reichten für den Schülerverkehr vollkommen aus und so entschloss man sich dazu, den Triebwagen 301 zu einem Beiwagen umzubauen. In diesem Zug wurden bis Mai 1971 die Antriebsanlage ausgebaut, die Antriebsachsen durch normale Laufradsätze, aus dem zwischenzeitlich verschrotteten VT 302 (ex RSE T4), ersetzt und die Spitzenlichter zurückgebaut.
Unter der neuen Bezeichnung VB 403 wurde er am 21. Mai 1971 wieder in Dienst gestellt und erlebte mit den beiden anderen Beiwagen, VB 400 (ex RSE TA 5) und VB 401 (ex RSE TA 5), auch den aufkommenden Museumsbetrieb im Jagsttal. Im Dezember 1988 wurde nach einer Entgleisung die Jagstalstrecke gesperrt. Am Bahnhof Dörzbach wurden drei Beiwagen in den Bahnhof Bieringen umgesetzt und standen dort mit vielen anderen Fahrzeugen unter freiem Himmel.
Im Jahr 2016 konnten wir nach langen Verhandlungen den T2 als ältestes erhaltene Fahrzeug der RSE erwerben. Am 26.11. 2016 erreichte der Triebwagen auf einem Tieflader der Firma Hack unser Museum und wurde neben dem Güterschuppen auf unsere Museumsgleise gesetzt.
Wie geht es weiter?
Aktuell wird die umfangreiche Aufarbeitung des Fahrzeugs geplant. Dafür wurde bereits mit der Begutachtung des Fahrzeugs begonnen und mit der Beschaffung von fehlenden Bauteilen (wie beispielsweise den charakteristischen Albert-Kupplungen) begonnen.
Voraussichtlich werden wir, nach dem Abschluss der betriebsfähigen Aufarbeitung unserer Diesellok V13, mit den Arbeiten am Triebwagen beginnen.
| Technische Daten: | |
|---|---|
| Hersteller | Wagonfabrik Wismar |
| Fabriknummer | 21103 |
| Baujahr | 1938 |
| Motor | Deutz A6M517 |
| Motorleistung | 130 PS |
| Getriebe | DGG Mylius dw |
| Geschwindigkeit | 55 km/h |
| Länge | 11840 mm |
| Breite | 2100 mm |
| Höhe | 3075 mm |
| Dienstgewicht | 12 t |
| Sitzpläte | 24 |
