Dampflok 7729
Orenstein & Koppel
Privatanschlussbahn der Basaltgewerkschaft Honnef
Mit Jahresbeginn 1914 wurde die Basaltgewerkschaft Honnef von der Basalt AG Linz (BAG) übernommen. Unmittelbar nach der Übernahme wurde bei der renommierten Lokomotivfabrik Orenstein & Koppel (O&K) der Bau einer neuen Dampflokomotive für die Anschlussbahn angefragt.
Die Anforderungen der BAG waren durchaus als anspruchsvoll zu betrachten. Neben dem Einsatz auf der Anschlussbahn Rostingen sollte die Lok auch für einen Einsatz auf der Linzer Talbahn geeignet sein. Dies erforderte neben der Einhaltung des engen Lichtraumprofils auch das Befahren von Bögen bis 19 m Radius und sowohl die Möglichkeit der Verwendung der BTE-/RSE-Mittelpuffer als auch des Tausches dieser Puffer gegen die auf der Linzer Talbahn verwendeten Doppelpuffer . Außerdem sollte ein Dienstgewicht von 19,2 Tonnen nicht überschritten werden und der Tunnel unter dem Kirchhof der evangelischen Kirche in Linz limitierte die Breite der Lok auf 2000 mm.
O&K unterbreitete am 12. Februar 1914 einen Projektentwurf für eine dreiachsige Lokomotive. Das Fahrwerk war äußert komplex ausgeführt, um den hohen Anforderungen des Auftraggebers Rechnung zu tragen.
Schon am 14. Februar, zwei Tage nach Vorlage der Projektskizze, bestätigt O&K die Bestellung der Maschine mit Lieferfrist 15. Juli. Auf diesen Tag genau meldet O&K, dass die Lok zu Abnahme bereit stehe. Am 26. August konnte die Lok in Rottbitze durch die Aufsichtsbehörden abgenommen werden und wurde anschließend die wichtigste Lokomotive auf dieser Anschlussbahn der BAG. Darüber hinaus sind auch Einsätze auf dem BAG Anschluss in Eudenberg an der RSE Hanftalbahn Hennef – Asbach nachgewiesen.
Mit der Einstellung des Basaltbruchs Himberg im Jahr 1929 nahm der Verkehr auf der Anschlussbahn rapide ab. Letztmalig ist im Februar 1930 die Abnahme der Lokomotive 7729 in Rottbitze vermerkt.
| Technische Daten: | |
|---|---|
| Hersteller | Orenstein & Koppel |
| Fabriknummer | 7729 |
| Baujahr | 1914 |
| Leistung | 140 PS |
| Kesseldruck | 13 atü |
| Geschwindigkeit | ~20 km/h |
| Länge | 6080 mm |
| Breite | 1980 mm |
| Höhe | 3090 mm |
| Dienstgewicht | 19,2 t |
Nach dem ende bei der Basalt AG wurde die Lok 7729 im Laufe des Jahres 1930 auf das Stammnetz der Basalt-AG Linz umgesetzt und war fortan häufig auf der sogenannten „Bergbahn“ am Willscheider Berg nahe Kalenborn anzutreffen.
1960 wurde die Lok schließlich zum letzten Mal hauptuntersucht, ehe sie 1964 schlussendlich aus dem Betriebspark Ausschied.
Zur Freude zahlreicher Kinder wurde Lok 7729 nach ihrer Abstellung zum Spielobjekt. Die Stadt Bonn erwarb die kleine Lok und stellte sie auf dem Spielplatz an den Rigal`schen Wiesen in Bad Godesberg auf.
Ende der 90er Jahre stiegen die Anforderungen der Versicherungen für sichere Spielgeräte immer weiter an, so dass viele Gemeinden die Policen für die in den Augen der Versicherungen „gefährlichen“ Spielplatzlokomotiven nicht mehr bezahlen konnten.
1990 konnte das Rheinische Industriebahnmuseum (RIM) in Köln Nippes die Lokomotive für seine Sammlung erwerben.
Dort wurde die als „Basaltine“ bezeichnete Lok repräsentativ bis zur Schließung des Museums im Jahr 2018 Ausgestellt.
Bereits seit der Gründung des Asbacher Museums im Jahr 2000 gab es Bemühungen, die 7729 für die eigene Sammlung zu erwerben.
Nach der Schließung des RIM und der ungewissen Zukunft am Standort in Köln Nippes s bemühten wir uns erneut um den Erwerb der Lok.
Mitte 2024 konnte unser 1. Vorsitzender F.Hemmen die Lok erwerben und Anfang August 2025 kam 7729 wieder in Ihre Heimat.
Wie geht es weiter?
Die Lokomotive ist sowohl aufgrund ihrer kompakten Größe und ihrer Leistungsfähigkeit von 140 PS als auch aus geschichtlicher Sicht als Bindeglied zwischen RSE und BAG prädestiniert für den Einsatz in unserem Museumsbetrieb. Aus diesem Grund streben wir eine betriebsfähige Aufarbeitung der Lokomotive an, wofür aktuell ein Konzept für die umfangreiche Aufarbeitung erarbeitet wird.
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